Fahrtauskunft
Zeit- und Datumseingabe
Zwei junge Menschen laufen auf dem Karlsruher Marktplatz.
Zwei junge Menschen laufen auf dem Karlsruher Marktplatz.
Detail
Icon S5 Icon S51

Stadtbahnhaltestelle in Bilfingen wiedereröffnet

Kämpfelbach setzt auf nachhaltige Mobilität: Ein Elektroauto der deer GmbH ergänzt das ÖPNV-Angebot der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft an der neuen barrierefreien Haltestelle. Über den neuen Verkehrshub freut sich Kämpfelbachs Bürgermeister Thomas Maag (2.v.r.) zusammen mit den Projektpartnern, Vertreter*innen des Gemeinderats und Bürger*innen der Gemeinde.

Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins wurde am heute die modernisierte Stadtbahnhaltestelle im Ortsteil Bilfingen offiziell wiedereröffnet. Mit dem Abschluss der umfangreichen Umbaumaßnahmen setzt die Gemeinde Kämpfelbach einen wichtigen Meilenstein ihres kommunalen Mobilitätskonzepts und zeigt, wie Mobilität vernetzt, generationenübergreifend und nachhaltig gedacht werden kann. 

„Ich bin stolz auf dieses Großprojekt“, betont Kämpfelbachs Bürgermeister Thomas Maag. „Wir haben hier nicht nur eine Haltestelle erneuert, sondern bewusst weiter und perspektivisch gedacht. Die neue Infrastruktur verbindet Bahn, Fahrrad, Carsharing und fußläufige Wege – und macht Kämpfelbach damit fit für die Mobilität von morgen.“

Im Mittelpunkt stand die barrierefreie Gestaltung des gesamten Haltepunkts durch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Die Bahnsteige wurden auf einer Länge von 120 Metern modernisiert und ermöglichen nun einen komfortablen Zugang für alle Generationen – ob Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Rollstuhl oder Rollator oder Kinder mit Laufrad. Eine begrünte Rampe sorgt für einen stufenlosen Zugang zur Haltestelle. Ergänzt wurde die Anlage durch neue Wartehäuschen und moderne Fahrkartenautomaten.

„Mit der barrierefreien Gestaltung von Zugang und Bahnsteigen schaffen wir echten Mehrwert für alle Generationen“, so Bürgermeister Thomas Maag. „Gleichzeitig investieren wir gezielt in eine leistungsfähige Stadtbahn-Anbindung, die für Kämpfelbach ein entscheidender Standortfaktor ist.“

Heiko Ziegler von der AVG-Projektabwicklung unterstreicht die Bedeutung der Maßnahmen: „Mit der Umgestaltung der Haltestelle steigern wir die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs deutlich. Die Barrierefreiheit bedeutet einen großen Komfortgewinn – insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen. Wir hoffen, damit noch mehr Menschen für den Umstieg auf unsere Stadtbahnen begeistern zu können. Denn unserer klimafreundliches ÖPNV-Angebot leistet einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Verkehrswende und die gute Lebensqualität vor Ort.“

Wettergeschütze Abstellmöglichkeit für Fahrräder

Auch die Verknüpfung mit dem Radverkehr wurde gezielt mitgedacht: Am Bahnsteig 1 in Fahrtrichtung Pforzheim entstand eine überdachte Bike-&-Ride-Anlage für Pendler*innen und Schüler*innen, die den ÖPNV mit dem Fahrrad kombinieren möchten. Entlang der Hauptstraße wurde eine weitere wettergeschützte Abstellmöglichkeit geschaffen, ebenso zusätzliche Parkplätze. Zudem wurde die Straßenführung vom Kirchgrund durch den Tunnel optimiert, um sichere und übersichtliche Wegebeziehungen zu schaffen.

Nachhaltigkeit spielte ebenfalls eine wichtige Rolle: Für die Pflege der neu angelegten Grünflächen wurde eine Zisterne installiert, die Regenwasser sammelt und damit eine ressourcenschonende Bewässerung ermöglicht.

Neues Carsharing-Angebot bietet flexible Alternative zum eigenen Auto

Erst auf dieser Grundlage konnte der nächste Baustein sinnvoll ergänzt werden: die neue E-Carsharing-Station der deer GmbH. Ab sofort können Bürger*innen direkt an der Haltestelle ein Elektroauto ausleihen. Zur Verfügung stehen den Carsharing-Nutzer*innen in Bilfingen als Fahrzeugtyp – dies variiert bei dem flexiblen Stationsmodell von deer – entweder ein VW ID3, Renault Megane, MG4 oder MG5.

Das Ausleihen des E-Autos funktioniert sehr einfach: Nach kurzer, kostenloser Registrierung – entweder über die „deer Sharing-App“ oder das Online-Buchungsportal von deer – und der anschließenden Verifizierung des Führerscheins wird die Nutzung freigeschaltet. Die Buchung und der Zugang zum Fahrzeug erfolgt dann per App. Abgerechnet wird im 30-Minuten-, Stunden- oder Tagestarif. Praktisch: Die Rückgabe muss nicht zwingend an der Station in Bilfingen erfolgen. Die Fahrt kann innerhalb des deer-Mobilitätsnetzes an über 450 Standorten mit mehr als 1.300 Ladepunkten in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen beendet werden. Dank des stationsflexiblen Modells sind somit auch Einwegfahrten ohne Probleme möglich – inklusive sicherer Ladepunkte und garantierter Reichweite für nachfolgende Nutz*innen. Zudem verfügt das Mobilitätsnetz von deer, Deutschlands größter E-Carsharing-Anbieter im ländlichen Raum, auch über Stationen an den Flughäfen Frankfurt, Karlsruhe/Baden-Baden und Stuttgart. 

„Es freut uns, dass wir unser Angebot mit der neuen Station in Bilfingen weiter ausbauen können“, sagt Eileen Stork von der deer GmbH. „Durch Carsharing sparen unsere Kund*innen nicht nur die hohen Kosten für die Anschaffung und den Unterhalt eines Autos. Dadurch wird auch die Verkehrs- und Umweltbelastung sowie der Flächenverbrauch im öffentlichen Raum reduziert.“ So kann ein Carsharing-Fahrzeug bis zu 16 private Pkws ersetzen und so gerade im ländlichen Raum eine sinnvolle Alternative zum Zweit- oder Drittauto darstellen. 

Die Gesamtbaukosten für das Projekt in Bilfingen betragen rund 5,5 Millionen Euro zuzüglich der Planungs- und Baunebenkosten. Die AVG hat für den barrierefreien Ausbau einen Finanzierungsantrag nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzt (LGVFG) beim Land Baden-Württemberg gestellt und erhält einen Zuschuss von 75 Prozent. Der Kostenanteil der Gemeinde Kämpfelbach beträgt rund 2,2 Millionen Euro. Die Arbeiten hatten im Juni 2024 begonnen und wurden im Sommer 2025 erfolgreich abgeschlossen.

Mit der Wiedereröffnung der Stadtbahnhaltestelle setzt Kämpfelbach ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung – mit Blick auf zukünftige Generationen.