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Tram Südost

Die "Tram Südost" kommt

Mit dem Spatenstich ist am Donnerstag, 3. März, der offizielle Startschuss zum Bau der Straßenbahn Südost in Karlsruhe erfolgt. Die 2,2 Kilometer lange Strecke verbindet ab der Inbetriebnahme Ende nächsten Jahres die Südstadt, das neue Stadtquartier im Osten der Südstadt sowie die Oststadt miteinander. Von der neuen Strecke werden auch die mehr als 2.000 Schüler der Friedrich-List-Schule profitieren. Zudem verbindet sie als „Kulturlinie“ die kulturellen Einrichtungen entlang der nördlichen Schlachthausstraße mit der Musikhochschule, dem „Tollhaus“ und dem „Substage“ sowie mit dem Staatstheater an der Baumeisterstraße.

Flyer "Kurs Südost - Die neue Tram in Karlsruhe"  

„Das Karlsruher Straßenbahnnetz wird mit der neuen Strecke im Südosten der Stadt deutlich aufgewertet. Die Straßenbahn Südost gewinnt sicher auf Anhieb viele neue Fahrgäste, die die preisgünstigen, umweltfreundlichen und zuverlässigen Taktverbindungen der Straßenbahnen in die Innenstadt, in andere Stadtteile oder auch mit den Stadtbahnen in die Region auf Anhieb nutzen werden“, sagte Karlsruhes Erste Bürgermeisterin Margret Mergen beim Spatenstich am Gebäude der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), unter dem die neue Strecke im Bereich der Ludwig-Erhard-Allee, der Henriette-Obermüller- sowie der Philipp-Reis-Straße hindurchgeführt wird. Das Vorhaben hat ein Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro.

Die neue Straßenbahn Südost beginnt im Westen an der Kreuzung Baumeisterstraße/ Rüppurrer Straße. Über die Philipp-Reis-Straße und die Henriette-Obermüller-Straße führt die Trasse auf die Ludwig-Erhard-Allee. Über den hier bereits freigehaltenen breiten Mittelstreifen erreicht die Trasse den Kreisel an der Kreuzung mit der Wolfartsweierer beziehungsweise Stuttgarter Straße. Nach dessen Querung führt sie durch die Schlachthausstraße bis zur Durlacher Allee, wo sie an das bestehende Schienennetz angebunden wird.

Beim Bau der neuen Trasse wird in Karlsruhe bereits erfolgreich erprobte Technik angewandt. Die Gleise werden als feste Fahrbahn ausgeführt, auf denen die Schienen elastisch gelagert sind. Schall und Erschütterungen lassen sich auf diese Weise wirkungsvoll reduzieren. Die neue Bahn wird überwiegend als Rasengleis angelegt. Die Betonplatte wird in den meisten Bereichen begrünt. Das Rasengleis fügt sich dadurch in die Stadt- und Parklandschaft ein und reduziert ebenfalls die Schallemissionen. In engen Gleisbögen wird die Schienenrille bewässert, um Quietschge­räusche zu unterbinden. Die Konstruktion derartiger „grüner“ Gleise bewährt sich schon seit vielen Jahren auf der Nordstadtbahn.

Auch die Fahrleitung wird an das städtebauliche Umfeld ange­passt. In den Parkbereichen und den Gleisknoten kommt eine so genannte Einfach- oder Seilgleiter-Fahrleitung zum Einsatz, die ohne zweites Tragseil auskommt. In der Ludwig-Erhard-Allee wird dagegen eine Hochkettenfahrleitung eingesetzt: Mit dieser Konstruktion ist es möglich, die Anzahl der Fahrleitungsmasten deutlich zu reduzieren. Auch im Bereich des Kreativparks Ostaue, dem ehemaligen Schlachthofgelände, wurde die Anzahl von Fahrleitungs- und Beleuchtungsmasten zugunsten des Stadtbil­des optimiert.

In der nördlichen Schlachthausstraße gibt es künftig keinen motorisierten Individualverkehr mehr: Dieser Bereich wird ausschließlich Fußgängern, Radfahrern und der Straßenbahn zur Verfügung stehen. Entlang der Strecke entstehen vier neue Haltestellen, die barrierefrei ausgebaut und zusätzlich auch mit Bike+Ride-Anlagen ausgestattet werden. „Durch den Einsatz von modernen Niederflurwagen gewinnt Karlsruhe wieder ein neues Teilstück im Straßenbahnnetz hinzu, das die Fahrgäste barrierefrei nutzen können. Auch das wird ein Anreiz sein, das eigene Auto künftig lieber stehen zu lassen und einfach in die Tram einzusteigen“, freut sich Margret Mergen.

Auch nördlich der Durlacher Allee erfährt das Straßenbild durch die in die Oststadt weitergeführte neue Linie eine Aufwertung: Vor dem Gebäude der Verkehrsbetriebe in der Tullastraße wird die Tram-Trasse zweigleisig ausgebaut. Dazu gehört der barrierefreie Umbau der bisherigen Bedarfshaltestelle für den künfti­gen Regelbetrieb. Bei dieser Gelegenheit wird die Tullastraße zur Allee mit vielen neuen Bäumen - ein Plan, der nach langer Planung jetzt umgesetzt werden kann.

Mit der Streckeneröffnung bedient die ab dem Bahnhofsvorplatz verlängerte Linie 6 die neue Strecke. Weitergeführt wird die Linie über die Tullastraße zum Hirtenweg/Technologie­park.